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Fremdsprache Deutsch 55/2016 (www.fremdsprachedeutschdigital.de)

 
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Fremdsprache Deutsch 55/2016 (www.fremdsprachedeutschdigital.de)
by Dr. Bouchra Aboura - Tuesday, 25 October 2016, 9:41 AM
 
 
Fremdsprache Deutsch
 
Zeitschrift für die Praxis des Deutschunterrichts
 
Newsletter 55/2016 Ein Angebot des Erich Schmidt Verlags
 
 

Anbei ein Überblick über die soeben erschienene Ausgabe Fremdsprache Deutsch. Zur Orientierung finden Sie nachfolgend das übersichtliche Inhaltsverzeichnis zum neuen Heft. 

 

Inhalt

 

Phonetik in der Unterrichtspraxis

Silvia Dahmen, Ursula Hirschfeld
Im modernen Fremdsprachenunterricht wird viel Wert auf die mündliche Kommunikation gelegt. Ausspracheabweichungen beeinträchtigen das Verstehen und Verstandenwerden oft stärker als Grammatik- oder Lexikfehler. Dies ist vielen Lehrenden bewusst, oft fehlen ihnen aber passende Ansätze, die Aussprache im Unterricht zu thematisieren, sowie gute Trainingsmethoden. Zudem sind Anforderungen und Lernziele im Bereich der Aussprache in Lehrwerken und -programmen öfters nicht vorhanden oder unklar formuliert.

Aussprache in ihrer Vielfalt erleben: Lehr- und Lernziele

Ursula Hirschfeld
Es gibt zwar DIE Grammatik, aber nicht DIE Aussprache: Es gibt Standard(aus)sprachen in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, Umgangssprachen und Dialekte, und innerhalb dieser Kategorien verschiedenste Aussprachevarianten. Das sollte bei der Festlegung zielgruppenspezifischer sowie rezeptiver und produktiver Lehr- und Lernziele berücksichtigt werden.

Gibt es ein phonetisches Minimum?

Victoria Malwitz
Bei der Frage nach einem »phonetischen Minimum« geht es um darum, welche phonetischen Inhalte Deutschlernende mindestens beherrschen müssen, um die Sprache zu verstehen und selbst verstanden zu werden, und wie Lehrinhalte und -ziele der Aussprachevermittlung im Unterricht bestimmt werden können. Dieser Artikel zeigt, wie aus theoretischem und praktischem Wissen ein »phonetisches Minimum« zusammengestellt und zum Inhalt des Unterrichts gemacht werden kann.

Fünf Fragen an die Phonetik in DaF-Lehrwerken für Kinder und Jugendliche

Cordula Hunold
Der Beitrag stellt fünf Fragen an sechs ausgewählte aktuelle DaF-Lehrwerke für Kinder und Jugendliche: Werden phonetische Phänomene systematisch behandelt, sind die Übungen adressatengerecht, werden Hilfsmittel wie Wortakzentmarkierungen, Visualisierungen von Regeln und Lautschrift verwendet? Lehrende erhalten bei der Auswahl geeigneter Materialien für die eigene Zielgruppe Orientierung.

Phonetik online

Kerstin Reinke
Computergestützte (Online-)Lernprogramme können den unverzichtbaren von der Lehrkraft gestützten Ausspracheunterricht ergänzen, da sie einen zusätzlichen selbstgesteuerten Erwerb ermöglichen. Der Beitrag zeigt Möglichkeiten und Grenzen solcher Programme auf und erläutert am Beispiel von »Phonetik Simsalabim Online«, welche Prinzipien der Ausspracheschulung derartige Materialien derzeit erfüllen könn(t)en.

Praxis

Hosd mi?

Ute Friederich, André Moeller, Rainer E. Wicke
Der Dialektatlas der Deutschen Welle stellt die regionalen Spielarten der deutschen Sprache und ihre jeweiligen Besonderheiten in Wortschatz und Aussprache vor. Unterschiedliche Sprachvarianten werden hier auditiv präsentiert, um ein besseres Verständnis regionaler Sprache zu ermöglichen. Hinzu kommen landeskundliche Aspekte wie Traditionen und Mentalitäten in unterschiedlichen Regionen Deutschlands.

Phonetik braucht Bewegung

Sandra Kroemer
Nur, was man richtig hören kann, kann man auch richtig aussprechen – dies gilt häufig als Grundsatz für ein erfolgreiches Aussprachetraining. Sicher müssen wir beim Erlernen der Aussprache einer Sprache auch deren Hörmuster etablieren, aber müssen diese immer an erster Stelle stehen? Der folgende Beitrag zeigt, dass Hörmuster sozusagen nebenbei entstehen können und dass Bewegungen und Erfühlen dabei helfen.

Bewegte Phonetik

Sandrine Eschenauer, Kerstin Burgardt
Im Rahmen des Theatermoduls »Begegnungen« von bilingualen Klassen wurde ein Aussprachetraining für französische Schülerinnen und Schüler entwickelt, die gleichzeitig Deutsch und Englisch lernen. »Bewegte Phonetik« war Teil eines fächerübergreifenden Projekts, angesiedelt im Schnittpunkt zwischen Theater und Sprachenlernen. Der Beitrag zeigt beispielhaft Möglichkeiten der Verbindung von Sprachunterricht, Phonetiktraining und Theater.

Aussprachevermittlung mit Musik – Gewusst wie!

Stefanie Morgret
Durch Musikstücke mit vielfältigen rhythmisch-melodischen Strukturen kann Phonetik mit Spaß vermittelt und dabei der Fokus auf die suprasegmentale Ebene gelenkt werden. In der Unterrichtspraxis wird Musik zur Ausspracheförderung bei jugendlichen Lernenden jedoch eher selten eingesetzt. Dabei lassen sich Musik und Phonetik fruchtbar miteinander kombinieren, wie im Folgenden gezeigt wird.

Wortakzent trainieren mit Musik

Kathrin Wild
In diesem Beitrag soll unter Berücksichtigung von Internationalismen, die größere Lernprobleme bereiten als landläufig angenommen, gezeigt werden, welche Schritte bei einem nachhaltigen Wortakzenttraining durchlaufen werden müssen. Abschließend werden einige Erfahrungen zum Ausspracheerwerb bei Internationalismen durch Musik und Rhythmus vorgestellt.

Szenisches Spiel

Sieglinde Eberhart
Erstsprachlich geprägte Hör- und Sprechgewohnheiten können bewusst verändert werden, indem ein korrekter Höreindruck vermittelt und artikulatorische Bewegungsabläufe im szenischen Spiel geübt und automatisiert werden. Übungen aus der Sprecherziehung können helfen, die Lippen und die Zunge in ihrer Beweglichkeit zu steigern und den Kiefer zu lockern. Im szenischen Spiel schlüpfen die Lernenden in fremde Rollen. Sie sprechen in einer Als-ob-Situation. Im spielerischen Erleben können in der Distanz der eigenen Person zur Rolle Hemmungen abgebaut werden. Das Handeln in einer Rolle bietet somit eine hilfreiche Form für Sprechübungen. Anhand von (szenischen) Texten werden Vorschläge für Übungsmöglichkeiten im Unterricht vorgestellt.

Phonetische Stimmungsmacher

Franziska Trischler
Poetry-Slam ist ein Veranstaltungsformat für gesprochene Literatur, das vor allem unter jungen Menschen sehr beliebt ist. Während eines Poetry-Slams treten die Akteure sprechend gegeneinander an, indem sie selbstverfasste Texte laut vortragen. Ihr Ziel ist es, das Publikum am Ende für sich zu gewinnen. Dieser Beitrag zeigt, wie man mit Poetry-Slams die Aussprache von jugendlichen Lernenden auf kreative Weise fördern kann.

Visuelle Phonetik: Der Floh im Ohr

Jan Hillesheim
Mit der »Visuellen Phonetik« haben Lehrerinnen und Lehrer der Goethe-Institute in Ostasien Phonetikthemen in einer Posterserie ansprechend sichtbar gemacht. Die Broschüre bietet dazu länderspezifisch relevante Informationen zu Abweichungen und Korrekturen – als Werkzeug für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in der Region ebenso wie für das praktische Phonetiktraining im Unterricht.

Phonetik und Orthografie

Silvia Dahmen
Nicht nur die Aussprache, sondern auch die Laut-Schrift-Zuordnungen und die schriftsprachlichen Konventionen der Erstsprache können beim Erwerb einer weiteren Sprache zu nicht angemessenen Übertragungen führen. Dieser Beitrag soll zeigen, welche Arten von Einflüssen auftreten können, und wie die Förderung auf Laut- und Schriftebene wechselseitig unterstützend genutzt werden kann.

Rubriken

Sprachecke: Die Lautebene der Sprache

Hans-Werner Eroms
Für die Linguistik ist die zweifache Gliederung (die »double articulation«, wie es André Martinet ausgedrückt hat) die Grundlage der Sprache als Zeichensystem. Die Lautebene ist dabei nur das Transportmittel, das selber keine Bedeutung hat. Denn die Bedeutung ist »arbiträr« an die lexikalischen und grammatischen Mittel einer einzelnen Sprache geknüpft.

Fachlexikon

Silvia Dahmen, Ursula Hirschfeld
Akzent, Akzentuierung und Betonung werden häufig synonym verwendet. Sie bezeichnen die Hervorhebung von Lauten, Silben oder Wörtern durch die phonetischen Merkmale Lautstärke, Spannung, Dehnung und präzisere Artikulation. Typisch für das Deutsche ist ein starker Kontrast zwischen akzentuierten (betonten) und nichtakzentuierten (unbetonten) Silben, bei denen es in der Regel zu Assimilationen, Reduktionen und Elisionen kommt.

Weiterführende Literatur

Silvia Dahmen, Ursula Hirschfeld